Innovationen stärken

Die Metall- und Elektroindustrie ist Spitzenreiter bei Innovationen. Der M+E-Anteil an allen unternehmerischen Patentanmeldungen liegt bei rund 84 Prozent, in Baden-Württemberg sogar bei über 90 Prozent.

 

Unsere Unternehmen wollen weiterhin zentraler Innovationsakteur bleiben und sehen hierin sowohl ihre Verantwortung wie auch ihre Kernkompetenz. Der staatliche Innovationsrahmen muss aber zum dynamischen Marktgeschehen passen und den Unternehmen die Freiheiten und begleitenden Strukturen bieten, die für den Innovationserfolg notwendig sind.

"Wir brauchen eine Verbesserung der staatlichen Governance im Innovationssystem, damit Forschungsergebnisse noch schneller in marktfähige Produkte und Dienstleistungen überführt werden können."

Die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung in der auslaufenden Legislaturperiode war ein wichtiger und bereits lange fälliger Schritt. Nach einer Evaluierung sollte die Forschungszulage gestärkt und weiterentwickelt werden, um eine noch stärkere Incentivierung großer Unternehmen für Forschungsinvestitionen in Deutschland zu erreichen.

Start-ups sind wichtige Innovationstreiber und sollten daher konsequent in der Innovationspolitik mitgedacht und berücksichtigt werden. Insbesondere innovative Industrie-Start-ups mit anspruchsvoller Technologie und hohen Entwicklungsanforderungen brauchen langfristiges Wachstumskapital. Der in der auslaufenden Legislaturperiode eingerichtete Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien ("Zukunftsfonds") war ein wichtiger Schritt. Nun kommt es auf die zielgerichtete Ausgestaltung der Zukunftsfonds und eine weitere Stärkung als Investitionsstandort für privates Wagniskapital an.

 

Unternehmer zur Bundestagswahl

Markus Öchsle, Geschäftsführer, Lauffer

Chancen der Globalisierung nutzen

Baden-Württemberg ist ein dynamischer und international vernetzter Industrie- und Technologiestandort. Unser Wohlstand in Baden-Württemberg beruht zu einem ganz wesentlichen Teil auf dem Außenhandel. Produkte und Dienstleistungen made in Baden-Württemberg sind in der Welt gefragt. Annähernd 40 Prozent des baden-württembergischen Bruttoinlandprodukts entfallen auf den Export.

 

 

Wir sind also davon abhängig, dass der Außenhandel gut funktioniert. Der Export ist ein wichtiger Stabilitätsanker für Wohlstand und Beschäftigung in Baden-Württemberg, das hat auch die Corona-Krise sehr deutlich gemacht. Insbesondere für den Mittelstand stellen Kosten durch unterschiedliche Regulierungen und Standards in verschiedenen Ländern gravierende Markteintrittsbarrieren dar. 

"Die Politik muss sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv für eine regelbasierte Handels- und Investitionspolitik einsetzen."

Durch den umfassenden Abbau von Handelshemmnissen durch weitere Freihandelsabkommen, wie bspw. TTIP, würde die stark exportorientierte und mittelständisch geprägte Wirtschaft in Baden-Württemberg in ganz besonderem Umfang profitieren. Daher hat für uns die Bekämpfung von Protektionismus und der Einsatz für Freihandelsabkommen enorme Bedeutung.

Die Politik muss sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv für eine regelbasierte Handels- und Investitionspolitik einsetzen. Die Politik muss sich für die überfällige Ratifizierung des Wirtschaftsabkommens der EU mit Kanada (CETA) einsetzen und sich für die vollständige Um- und Durchsetzung wichtiger Abkommen stark machen.

Bürokratieabbau konsequent vorantreiben

Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung sind wichtige Standortfaktoren und essenziell für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Der Abbau unnötiger Bürokratie wirkt wie ein Konjunkturpaket und fördert das Wirtschaftswachstum. Es ist dringend Zeit für ein umfassendes Maßnahmenpaket, das die Wachstumskräfte der Betriebe freisetzt.

Das Bekenntnis der Politik zum Grundsatz "One in, one out", muss endlich konsequent umgesetzt und weiterentwickelt werden. Hierzu gehört auch die Einbeziehung von Belastungen, die durch die Umsetzung von EU-Recht entstehen. Denn für Unternehmen macht es keinen Unterschied, ob bürokratische Belastungen ihren Ursprung in EU- oder nationaler Regulierung haben.

"Der Abbau unnötiger Bürokratie wirkt wie ein Konjunkturpaket und fördert das Wirtschaftswachstum."

Unnötige Bürokratie darf auch nicht die dringend notwendigen Unternehmensgründungen hemmen. Online-Unternehmensgründungen innerhalb von 24 Stunden, ein bürokratiefreies Jahr nach der Gründung und eine Reduktion von Bürokratie im zweiten Gründungsjahr wären wichtige Verbesserungen, dass Gründer und Gründerinnen auch erfolgreich durchstarten können. Hier muss die Politik dringend nachsteuern.

 

Digitalisierungs-Check in der Gesetzgebung einführen

Die Digitalisierung erfasst alle Lebensbereiche. Die Gesetzgebung und Regulierung dürfen da nicht ausgenommen werden.

"Gesetzgeber und Behörden sollten bei neuen Gesetzesvorhaben oder Regulierungen von Anfang an alle Fragen berücksichtigen, die mit einer digitalen Umsetzung verbunden sind."

Dafür braucht es einen Digitalisierungs-Check, mit dem geprüft wird, ob die Umsetzung unkompliziert digitalisiert werden kann, und der sicherstellt, dass der notwendige finanzielle wie organisatorisch-technische Umsetzungsaufwand der Unternehmen und Behörden ausreichend berücksichtigt wird. Damit ließen sich bei der Umsetzung unnötiger bürokratischer Aufwand und Kosten für alle Seiten vermeiden.

 

Leistungsstarke digitale Infrastrukturen ausbauen

Gerade in Baden-Württemberg haben wir Weltmarktführer auch im ländlichen Raum. Wir brauchen schnelles und leistungsfähiges Internet an jeder Milchkanne.

Die verbliebenen weißen und grauen Flecken in der Versorgung mit leistungsfähigen Glasfaser-Datenleitungen müssen schnell verschwinden. Der flächendeckende Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur muss als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden werden. Gerade der Ausbau der Gigabitnetze muss weiter voranschreiten.

 

 

Energieversorgung nachhaltig umbauen

Für das Erreichen der Energiewende ist der Umbau der Energie- und Rohstoffversorgung der Wirtschaft notwendig. Dies muss nachhaltig erfolgen, d. h. technologieoffen, wirtschaftlich verträglich und gleichzeitig das Klima schützend.

Zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele führt kein Weg an einem Ausbau erneuerbarer Energien und - zu deren Integration - der Verteilnetze vorbei. Vor allem die Industrie benötigt beim Wandel hin zu klimafreundlichen Industrieprozessen große Mengen an erneuerbarem Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Aktuell zahlen nirgendwo in der EU Unternehmen mehr für Energie als in Deutschland. Für wettbewerbsfähige Strompreise brauchen wir einheitliche europäische Regeln für eine CO2-Bepreisung und klare Mechanismen zur Senkung der EEG-Umlage.

 

Unternehmer zur Bundestagswahl

Martin Holder, Mitglied des Vorstands, WAFIOS AG

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